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Portraifoto Silke Kleindienst

Teaching Statement

Um meine Sichtweise von Lehren und Lernen in formalen Kontexten zu beschreiben, möchte ich auf das Bild „Wanderung mit einer Gruppe“ zurück greifen. Dabei sehe ich den Lehrenden als erfahrenen Wanderführer und die Lernenden als Teil einer Wandergruppe, die an einer geführten Wanderung teilnehmen. Das Bild der Wanderung gefällt mir deshalb so gut, weil einleuchtet, dass die Wanderstrecke von den Wanderern nur dann „erobert“ wurde, wenn die Wanderer die Strecke selbst gegangen sind, nicht aber, wenn der Wanderführer der Wandergruppe von der Wanderstrecke und seinen Erfahrungen dabei erzählt. Übertragen bedeutet das, dass Lernende in einem Themenbereich nur dann etwas lernen können, wenn sie selbst Lernerfahrungen darin gemacht haben, nicht aber, wenn der Lehrende ihnen selbst gemachte Erkenntnisse vortragsartig versucht weiter zu geben. Dies würde der Teilnahme an einem Diavortrag über eine Wanderung entsprechen. Die Vorbereitung und die Durchführung der Wanderung (Vorbereitung & Durchführung des Lernsettings) erfolgt in unterschiedlichen Schritten.

Vorbereitung und Durchführung der Wanderung als Wanderführerin

  1. Als Wanderführerin lege ich das Ziel der Wanderung (alleine / mit der Gruppe) fest und plane (alleine / mit der Gruppe) die Wanderroute. Dabei berücksichtige ich sowohl das Vorwissen und die Kondition der Wandergruppe als auch die Rahmenbedingungen für die Wanderung.(Planen des Lehr-/Lernszenarios)
  2. Als Wanderführerin bereite ich Materialien wie Wanderkarten, Checklisten etc. für die Gruppe vor. Dabei fließen meine Erfahrungen von bereits selbst erlebten und geführten Wanderungen, aber auch die Randbedingungen, wie sie durch die Gruppe gegeben sind, ein. (Zusammenstellen der Lehr-/Lernmaterialien)
  3. Als Wanderführerin bereite ich die Wandergruppe auf die Wanderung vor, indem ich Erfahrungen der Gruppe abfrage und daran anknüpfend auf die Herausforderungen der Wanderung, aber auch auf die Aussichtspunkte, die besonderen Erlebnisse aufmerksam mache. (an Vorwissen anknüpfen / Motivieren / Teilziele verdeutlichen)
  4. Als Wanderführerin beschreibe ich die Anforderungen für jede Teilstrecke: Wie viele Stunden wird gewandert? Welche Ausrüstung ist notwendig? Wo kann gerastet werden? Welche besonders schönen Aussichtspunkte erwarten uns? (Lernende auf )
  5. Als Wanderführerin gehe ich mit der Gruppe die Teilstrecken. Dabei begleite und unterstützte ich die einzelnen Wanderer je nach Bedarf. Ich weise auf besonderes schöne Flecken hin, verteile Powerriegel an die Wanderer, die eine Stärkung brauchen, verteile Pflaster für aufgescheuerte Blasen, aber ich nehme keinem der Wanderer das Gehen ab! (Unterstützen, Begleiten, Motivieren während des Lernprozesses)
  6. Am Ende des Tages genieße ich als Wanderführerin mit der Wandergruppe den Erfolg, schaue gemeinsam mit der Gruppe auf Schwierigkeiten und Erfolge zurück, lasse den Tag Revue passieren, ermutige und motivierte für die nächste Teilstrecke. (Reflexion anregen)
2007 © Silke Kleindienst